Bürgergespräch am 10.05.2012
 

 

Flächenfraß in Weiler stoppen
CSU gegen neues Gewerbegebiet Hammermühle

Weiler Mit großer Skepsis folgten die zahlreichen Besucher des CSU-Bürgergesprächs den Ausführungen des Ortsvorsitzenden Eberhard Rotter über die Absichten des Weilerer Bürgermeisters im Bereich der Hammermühle ein Gewerbegebiet auszuweisen. Er erinnerte auch daran, dass ursprünglich der Erwerb der landwirtschaftlich Flächen in der Hammermühle als Tauschfläche für mehr Flexibilität bei Grundstücksverhandlungen gedacht war und nicht als Gewerbegebiet. Aber nicht nur die Bürger aus Weiler-Simmerberg sondern auch Erich Jörg, der Vorsitzende der Kreisgruppe des Bund Naturschutz äußerten ihren Unmut über den Flächenverbrauch, der im Allgäu in den letzten zehn Jahren 3952 ha betrug. Im Landkreis Lindau waren es 246 ha, was jährlich die Fläche eines mittelgroßen bäuerlichen Betriebs im Landkreis ausmache. Gemeinderat Joachim Zwerger meinte es wäre Frevel, wenn mitten in das Rothachtal ein solches Gewerbegebiet käme. Xaver Fink und Walter Böhmer prangerten die Glaubwürdigkeit von Bürgermeister Rudolph an, er versuche mit der Ausweisung von Gewerbeflächen an schnelles Geld zu kommen um letztendlich den maroden Gemeindehaushalt zu sanieren, obwohl er bereits in der Bürgerversammlung 2012, bei der Ansiedlung eines Verbrauchermarktes in der Oberen Breite, von den Bürgern die rote Karte gezeigt bekam. Als einziger Versammlungsteilnehmer befürwortete Altbürgermeister Riedmüller eine vorausschauende Grundstückpolitik der Marktgemeinde, indem er grundsätzlich die Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes gut hieß, jedoch eine interkommunale Bebauung in der Hammermühle, wie sie offensichtlich sein Nachfolger beabsichtige, kategorisch ablehnte in dem er wörtlich formulierte: „Da wackelt der Schwanz mit dem Hund“. Er stellte auch die Frage, warum Weiler die stringente Vergabepraxis bei der Zuteilung von Bauplatzen gelockert habe.

Große Vorbehalte äußerten auch die anwesenden Vertreter der Landwirtschaft, BBV-Ortsobmann Klaus Erd und Ortsbäuerin Anja Reichart, wenn die 18 ha Nutzfläche, die derzeit von vier guten entwicklungsfähigen Haupterwerbsbetrieben bewirtschaftet würden, der Nutzung entzogen würden. Hinzu käme nochmals die gleiche Fläche, die als ökologische Ausgleichsfläche ausgewiesen werden müsste, meinte Norbert Fehr. Eine große Gefahr für die gemeindliche Wasserversorgung sah Thomas Müller - liege doch die gesamte Quellfassung für das Trinkwasser in Weiler-Simmerberg unmittelbar in und um das geplante Gewerbegebiet . Auch Hans Hölzler, der frühere Tourismusverantwortliche des Marktes, sah aus Sicht des Tourismus in der Ausweisung eines neuen interkommunalen Gewerbegebietes, mitten im Rothachtal, eine unnötige und massive Benachteiligung für den Tourismusstandort Weiler. Max Schuf und Gerhard Achmann vom Naturschutz lobten die CSU, die mit einem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung beweise, dass sie dem „C“ für christlich, gerecht werden wolle und damit dem Flächenfraß Einhalt gebiete. Gemeinderat Bruno Bernhard stellte die Frage ob es für eine Gemeinde „Sinn mache“ immer noch mehr Gewerbe und immer noch mehr Bebauung zuzulassen um damit die Spirale für einen fragwürdigen Flächenverbrauch anzuheizen. Eberhard Rotter sah die Verwaltung in der Pflicht, wenn es um eine und maßvollen Flächenverbrauch des Marktes gehe, müsse sie alle Möglichkeiten ausschöpfen und zuerst innerorts versuchen durch Grundstücksverhandlungen Baulücken zu schließen, besonders im Gewerbegebiet zwischen Pennymarkt und der Steinwerkstatt seien noch große Freiflächen.