CSU-Bürgergespräch zum Ankauf des Eschenlohhauses am 30.10.2014

 

Skepsis überwiegt aufgrund hoher Kosten für Kauf, Sanierung und Folgekosten

 

Unterschiedliche Meinungen prallten beim CSU-Bürgergespräch zum Thema Eschenlohrhaus und Museumsmeile aufeinander. Während Vertreter des Westallgäuer Heimatvereins eine große Chance für die Museumslandschaft in Weiler sahen, wiesen die CSU-Gemeinderäte auf die damit verbundenen hohen Erwerbs-, Sanierungs- und Folgekosten hin.

Fraktionsvorsitzender Xaver Fink, der die lebhafte Diskussion leitete, erinnerte zu Beginn daran, dass allein der Aufwand für den Erwerb des Anwesens und dessen grundlegende Sanierung rund 1,5 Millionen Euro betrage. Angesichts der Haushaltslage und der Pflichtaufgaben könne der Markt einen derartigen Betrag nicht schultern. Demgegenüber sprach Rudolf Trimbach von einer großen Chance, in einem weiteren Haus die zahlreichen Objekte des Heimatvereins besser präsentieren zu können, und riet – ebenso wie Michaela Heim – zunächst das Ergebnis des in Auftrag gegebenen Museumskonzepts abzuwarten.

Gemeinderat Joachim Zwerger entgegnete, dass sich die Gemeinde „keine Schrott-Immobilie an den Hals binden“ könne wo sie doch das Altenheim Rothach abgegeben habe angesichts des Defizits, das sie nicht länger tragen konnte. Die Wiedra-Sammlung sei Weiler „durch die Lappen gegangen“, obwohl im Heimatmuseum – wie eine Besichtigung durch den Gemeinderat gezeigt habe – kein Platzmangel gewesen wäre. Walter Böhmer fragte, weshalb die Gemeinde ein neues Haus kaufen wolle, wo doch der Bahnhof ungenutzt sei, und erinnerte an überfälligen Straßen- und Gehwegunterhalt.

Angelika Leuze wies auf die gemeindlichen Einnahmen durch die Gewerbesteuer hin und forderte, auch die Steuerzahler in eine Entscheidung einzubinden. Wenn der Markt Geld übrig habe, solle er doch zusammen mit der GKWG für neuen Wohnraum sorgen. Diesen bräuchten die Betriebe dringend für Ihre Arbeitskräfte. Die gewerbliche Wirtschaft sei das Rückgrat und die Basis der wirtschaftlichen Entwicklung des Marktes, so Werner Rädler, der forderte, die Frage der Finanzierbarkeit gründlich zu untersuchen. Ortsvorsitzender Eberhard Rotter sicherte zu, nach Vorlage des Museumskonzepts, in dem er alternative Vorschläge mit und ohne Eschenlohrhaus erwarte, nochmals das Gespräch mit den Bürgern zu suchen. Derzeit sehe er – selbst wenn hohe Zuschüsse fließen würden – den Eigenanteil der Gemeinde für Kauf und Generalsanierung des Eschenlohrhauses als nicht vertretbar an, ganz abgesehen von den hohen Folgekosten, für die es keine Förderung gebe.