Bürgergespräch
 


22.09.2011

 

Bürgergespräch des CSU-Ortsverband Weiler-Simmerberg mit Ellhofen

Gasthaus Plaze Weiler am Kirchplatz am 22.09.2011

 

CSU: Kein Verbrauchermarkt auf der grünen Wiese

Ehemaliges Bahnhofsgebäude endlich vernünftig nutzen

 

Weiler-Simmerberg. Ein vernünftiges Nutzungskonzept für den Alten Bahnhof in Weiler mahnten die Teilnehmer eines CSU-Bürgergesprächs an. „Nachdem sich die Idee, auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände einen Verbrauchermarkt anzusiedeln, mangels ausreichender Flächen nicht umsetzen lässt und das Ortsbild prägende Gebäude erhalten bleiben soll, ist ein Nutzungskonzept überfällig“, wie CSU-Ortsvorsitzender Eberhard Rotter zu Beginn der Diskussion feststellte.

 

Jürgen Briegel, der Vorsitzende des Musikvereins wies auf die Dringlichkeit erweiterter Musikproberäume hin. Leider habe sich die Idee, den Liederkranz im Kolpinghaus unterzubringen, vor einigen Wochen zerschlagen. Daher werde die Musikkapelle, die rund 150 qm benötigt, sich nicht im Vereinsheim ausweiten können. Sie suche daher dringend nach einer alternativen Unterbringung. Gemeinderat Joachim Zwerger bewunderte die „schier unendliche  Geduld“ der Musikkapelle, die seit Jahren hingehalten werde. Er sprach sich, ebenso wie zuvor schon Eberhard Rotter, dafür aus, die Unterbringung der Musikkapelle und/oder des Liederkranzes im Alten Bahnhof kurzfristig zu prüfen. Dies könne auch in einem Anbau anstelle der jetzigen Lagerhalle möglich sein. Auch Ausstellungsräume könnten im Bahnhof geschaffen werden. Sepp Bauer wusste, dass die Bäckerei, die derzeit einzig Nutzerin des Bahnhofsgebäudes ist, gerne investieren würde, sofern Klarheit bestünde, wie es weiter geht.

 

„Nicht immer nur planen, endlich auch etwas verwirklichen“, kritisierte Rudi Fink und forderte, dass die Gemeinde endlich an einem Thema dranbleibe. Gemeinderat Werner Weiß regte die Einsetzung eines Gremiums an, in dem neben Gemeinderäten auch interessierte Vereine mitarbeiten sollten, um alsbald ein Nutzungskonzept für den Bahnhof erstellen zu können. Die Gesprächsrunde war sich einig, dass dies unabhängig von der Diskussion über einen neuen Busbahnhof geschehen solle, da ansonsten nur weitere Zeitverzögerungen zu befürchten seien. Gemeinderat Bruno Bernhard merkte an, dass das Vereinsheim unabhängig davon dringend saniert werden müsse.

 

Zweites Schwerpunktthema war die Ansiedlung eines weiteren Verbrauchermarktes. Elisabeth Rotter lehnte dies ab, auch aus Rücksicht auf die Bäckereien und die Metzgerei im Ort. Der Feneberg-Markt solle am bisherigen Standort bleiben. Die „Obere Breite“ sei für eine „derartige Kiste“ und die riesigen Asphaltflächen drum herum viel zu schade. Fraktionssprecher Xaver Fink wies darauf hin, dass der bisherige Standort ortsnäher sei und keine dringende Notwendigkeit bestehe, den dortigen Markt umzusiedeln. Engelbert Pfanner erinnerte daran, dass das Verbrauchermarktthema vom Bürgermeister „herbeigeredet“ worden sei, im Zusammenhang mit einer Nutzung des Bahnhofgeländes. Da hier zu wenig Fläche sei, solle der Verbrauchermarkt am alten Standort bleiben. Demgegenüber hielt Pfanner, unterstützt von weiteren Bürgern, die „Obere Breite“ für einen geeigneten Standort des neuen Seniorenheims. Dies sollte nochmals ernsthaft geprüft werden. Gemeinderat Antonius Wucher wünschte sich im neuen Altenheim mehr Nasszellen sowie eine Hauskapelle. Der Markt solle hier seinen Einfluss gegenüber einem künftigen Betreiber geltend machen.

 

Joachim Zwerger wies auf die schlechte Finanzlage der Gemeinde, die ein Motiv dafür sei, die „Obere Breite“ zu verkaufen, um den Haushalt auszugleichen. Er sehe die Zwänge des Bürgermeisters, jedoch sei er gleichwohl nicht bereit, für einen Verbrauchermarkt „die grüne Wiese zu verbraten“. Bruno Bernhard erinnerte an zahlreiche Leerstände in Weiler und forderte, dort anzusetzen und nicht ohne zwingende Not weitere Grünflächen zu verbrauchen. Die Firma Feneberg könne am bisherigen Standort verbleiben. „Wir dürfen den Ortskern nicht ausbluten lassen.“